Die Herkunft des Modern Arnis
Schon im Jahr 1521 versuchte der unter spanischer Flagge segelnde portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan die Philippinen zu erobern. Nach 18 Monaten erreichte Magellan die Philippinen. Er wurde mit Verpflegung versorgt. Auch auf Cebu wurde er freundlich empfangen und er schloss Freundschaft mit dem dortigen Häuptling Humabon, mit dem er sogar Blutsbrüderschaft schloss. Humabon hatte Schwierigkeiten mit LapuLapu, einem seiner Vasallen. Magellan wollte seinem Freund mit der Kampfkraft der Spanier imponieren und beschloß nach Mactan zu segeln, der Cebu vorgelagerten Insel, auf der LapuLapu regierte, um ihn zu unterwerfen. Dort wurden die Spanier aber schon im knietiefen Wasser angegriffen, so dass sie sich mit ihren schweren Rüstungen kaum bewegen bzw. wehren konnten. Die leicht bekleideten Filipinos griffen die Spanier mit Speeren, Pfeil und Bogen und mit feuergehärteten Stöcken an und besiegten sie entscheidend. Lapu Lapu soll in dieser Schlacht Magellan mit dem Kampilan, einem speziellen Schwert der Filipinos erschlagen haben. Lapu Lapu gilt seither als der erste Großmeister des Arnis, welches damals Pangamut hieß. Drei weitere Eroberungsversuche scheiterten, wobei Roi Lope de Villalobos, der im Jahre 1543 die Philippinen erreichte, die Inselgruppe zu Ehren von Prinz Philip 2. “Filipina” nannte. In den von ihnen kontrollierten Gebieten fanden die Spanier erst Gefallen an den Kampfkünsten der Filipinos, die ursprünglich nur von Königen und Fürsten ausgeübt wurden, zur Zeit der spanischen Besatzung aber schon weit verbreitet waren. Bald aber erkannten die Spanier die Gefahr, die ihnen von den Kampfkünsten drohte, und so begannen sie schon im Jahr 1596 Arnis unpopulär zu machen und verboten es 1764 ganz. Offizielle Begründung war, dass die Filipinos nur noch trainierten und ihre Felder nicht mehr bestellten. Es kann vermutet werden, dass es den Spaniern zu gefährlich wurde, in jedem Filipino einen trainierten Schwertkämpfer vor sich zu haben. Arnis wurde im verborgenen weiter trainiert und die Techniken des Kampfes in Tanzbewegungen versteckt. (die Tänze heißen u.a. moromoro, sayaw oder sinuiog). So konnten sie vor den Augen der Besatzer weiter trainieren.

Die Systeme des Arnis
Es gibt im Arnis zwei Systeme: das Klassische und das Modern Arnis. Die Unterschiede sind folgende: im klassischen Arnis wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass der Stock auch durch Schwert oder eine Machete ersetzt werden kann. Dementsprechend sind die Techniken aufgebaut. Während der Stock des Verteidigers hauptsächlich den Stock oder die Klinge des Angreifers blockiert, versucht die freie linke Hand, die waffenführende Hand des Gegners zu kontrollieren, zu checken oder zu parieren. Klassische Stile sind z.B. Hirada, Palis Palis, Figure 8, Abanico, Espada y Daga.

Begründer des Modern Arnis: Großmeister Ernesto und Remy Presas
Beide Großmeister haben viele klassische Stile erlernt und mussten feststellen, dass das Training sehr schmerzhaft war. Es kamen immer weniger Schüler, da immer auf den Arm und Körper geblockt und geschlagen wurde. Daraufhin setzten sie sich in den 50er Jahren zusammen und entwickelten das Modern Arnis. Sie sagten, wir haben einen Stock in der Hand, also kann man ihn auch fassen – im Gegensatz zur Machete. Mit diesem Fassen lernten sie, dass es möglich ist, den Angreifer zu entwaffnen, z.B. mit Handknickhebel-, Scheren-, Umwickel-, Druck- oder Reißtechniken. Zu den Stöcken kamen noch viele Alltagsgegenstände dazu wie Taschen, Regenschirm, Kugelschreiber, Flaschen, Hosengürtel, Jacke, DuloDulo, Kette, Messer, Machete.
Aus dem Modern Arnis leitete man dann das Mano Mano ab, das heute auch als selbständiges System trainiert werden kann. Modern Arnis und Mano Mano beruhen jedoch auf denselben Grundlagen und nutzen an vielen Stellen dieselben Techniken. Daher wird im Arnis de Mano Deutschland e.V. beides als Einheit trainiert. Für beides zusammen wurde von Großmeister Ernesto A. Presas der Begriff 'Kombatan' geprägt.

Die philippinische Flagge
Sie besteht aus einem weißen Dreieck mit einer achtstrahligen Sonne und drei Sternen darin. Der Rest der Flagge ist in einen blauen Teil (oben) und einen roten Teil (unten) aufgeteilt. Die weiße Farbe bedeutet die Ruhe, auf der das Land aufgebaut sein soll. Das Dreieck der weißen Farbe symbolisiert mit den drei Ecken die Widerstandsbewegung der Philippinen aus der spanischen Besatzungszeit “Ang Kataastaasan, Kagalanggalangang Katipunan ng Anak ng Bayan“ (höchste und ehrenvollste Vereinigung der Söhne der Nation ), kurz Katipunan oder auch Trippel K (dreifaches K), genannt wurde. Die drei Ecken stehen also für die drei K's. Die Sonne mit ihren acht Strahlen stellt die ersten acht Provinzen, die sich gegen die Spanier erhoben haben, dar. Dies waren: Rizal (Manila), Bulacan, Nueva, Ecija, Tarlac, Cavite, Laguna, Batangas und Pampanga. Diese Provinzen liegen alle bei Manila. Die drei Sterne repräsentieren die drei großen Landesteile Philippinen, Luzon im Norden, Visayas in der Mitte und Mindanao im Süden der Philippinen. Die blaue Farbe steht für die Einheit des philippinischen Volkes, trotz kultureller Unterschiede und geographischer Probleme (7000 Inseln der Philippinen). Die rote Farbe steht für Willen und die Bereitschaft der Filipinos, Blut für ihr Land zu lassen. Im Kriegsfalle wird die Flagge umgedreht, also mit der roten Farbe nach oben.